
Der 550 Maranello wurde der Presse im Jahre 1996 auf dem Nürburgring präsentiert. Dieser Wagen war Ferraris Antwort an all jene, die der Ansicht waren, dass ein Wagen mit V12-Frontmotor nicht die gleichen Leistungen eines Mittelmotorsportwagens bringen könne. Der 550 Maranello, der Nachfolger des F512M, war schneller und, dank des Aufbaus von Frontmotor und Heckantrieb, auch extrem praktisch. Dabei profitierte der 550 Maranello auch von Ferraris Arbeit an der Aerodynamik. Der Wagen hatte einen Cd-Wert von lediglich 0,33 und auf beiden Achsen den exakt gleichen Andruck.
Dank Kombination kompromissloser Leistung und aerodynamischer Effizienz konnte der Wagen am 12. Oktober des Jahres 1998 in Marysville, Ohio, einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Wagen aus Serienproduktion aufstellen indem er 100 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 304,1 km/h zurücklegte und dabei 296,168 Kilometer in einer Stunde zurücklegte.
Pininfarina entwarf den 550 Maranello mit Details, welche die Rückkehr zu den klassischen Berlinettas mit Frontmotor ankündigte. Klare und funktionelle Linien, wobei Pininfarinas Understatement die Designtradition des Hauses Ferrari berücksichtigt.
Klare Linien ohne störende Details: das Auftreten des Wagens unterstreicht seine Leistung. Schlanke Säulen formen eine ungewöhnlich hohe Dachlinie, die weniger auffällig ist dadurch jedoch den Körper des Wagens hervorhebt. Das optische Zentrum des Wagens wurde durch den Lufteinlass zwischen den Scheinwerfern niedriger gelegt. Der 550 Maranello ist der erste Wagen des Hauses Ferrari der mit integrierten Leuchtgruppen entworfen wurde, die ihrerseits durch den funktionalen Lufteinlass auf der Motorhaube, der an Ferraris Vergangenheit erinnert, noch mehr hervorgehoben werden.
Ganz in der Tradition des Designs im Hause Ferrari weist der Wagen eine dynamische Seitenansicht auf: lange Motorhaube, kurze Fahrerkabine und eine sanfte Verbindung hin zum hohen Heck. Zwei Luftauslässe am Motorraum in den vorderen Kotflügeln greifen das klassische Design der Berlinetten mit Frontmotor auf. Das Heck ist schlicht und kraftvoll gestaltet und ist mit einem aerodynamischen Nolder versehen. Die runden Doppellichter sind ein charakteristisches Ferrari Design.
Der 550 Maranello ist das Ergebnis langer Arbeiten im Windkanal aber auch auf der Straße. Seine Aerodynamik wurde in 4.800 Teststunden erarbeitet, um die gesteckten Ziele bezüglich Abtrieb, geringe Seitenwindempfindlichkeit und niedriger Widerstand (Cd-Wert von 0,33). Der neue Unterboden des Wagens ist für die Ferrari-Ingenieure ein Schritt nach vorne, macht den Wagen extrem stabil und verschafft eine hohe Fahrsicherheit ohne dass bewegliche Teile oder unnötige Flügel zum Einsatz kommen müssten.
Hinsichtlich der Karosserie wurden die Kriterien einer klassischen zweisitzigen Ferrari Berlinetta mit Frontmotor aufgegriffen. Der Wagen ist um einen Stahlrohrrahmen herum konstruiert und der Aufbau aus leichter Aluminiumlegierung ist mit Feran verschweißt.
Im Einklang mit den aerodynamischen Ausstattungsdetails des Wagens wurden sämtliche Öffnungen bezüglich Effizienz und Eleganz entworfen. Feststehende integrierte Leuchteinheiten wurden entworfen, um das Licht, den Luftfluss und die Windgeräusche zu verbessern.
Die Nebelscheinwerfer wurden in den vorderen Stoßfänger integriert und die Fenster der Türen sind plan mit der Karosserie, dabei mit einer automatischen Vorrichtung versehen, um eine bessere rundum Abdichtung zu erzielen.Ein derart hoher Standard hinsichtlich des Handlings erfordert ein extrem starkes Chassis. Der Rahmen des 550 Maranello besteht aus verschweißten, hoch spannbaren Stahlrohren. Torsionsfestigkeit liegt bei 10.850lb-ft/Grad, Flexibilität 69lbs/inch. Der Aufbau des Rahmens profitiert von Ferraris langer Erfahrung im Motorsport und bietet einen extrem widerstandsfähigen Käfig, der in der Lage ist große Energien zu absorbieren.
Der 550 Maranello besitzt ein 65-Grad V12-Triebwerk mit 5,6 Liter Hubraum, das fast sein gesamtes Drehmoment bereits bei 3.000 U/Min. zur Verfügung stellt. Die maximale Leistung liegt bei 485 PS bei 7.000 U/Min., das maximale Drehmoment bei 420lb-ft bei 5.000 U/Min. Das Kompressionsverhältnis beträgt 10,8:1. Das Motorenmanagement wird von der Bosch Motronic M5.2 übernommen. Zylinderblock, Köpfe und Ölsumpf sind aus Leichtmetall gefertigt. Die nassen Aluminiumzylinderbuchsen sind mit Nikasil beschichtet. Die Kurbelwelle ist auf sieben Walzlager gelagert. Die Pleuel sind aus Titanlegierung um das Gewicht der leichteren Kurbelwelle auszugleichen und Anspruchzeiten sowie Balance zu verbessern. Die geschmiedeten Mahle Aluminium-Kolben erhöhen die thermodynamische Effizienz. Schmierung erfolgt über das Trockensumpfsystem. Die vier Ventile pro Zylinder sind mit hydraulischen Stößeln ausgestattet. Das System hilft Abgase zu vermindern, macht regelmäßiges Nachjustieren unnötig und garantiert eine konstant hohe Motorleistung.
Ferrari entwickelte einen Drehmoment und Leistung steigernden regulierbaren Aufbau für den Einlass des Triebwerks am 550 Maranello. Das von Ferrari patentierte System verändert die Fluiddynamik des Einlasssystems durch eine dritte Kammer, die mit dem Krümmer über zwölf, elektropneumatisch gesteuerte Drosselventile verbunden ist. Der Einlass, wie die Einspritz- und Zündungssysteme, wird vom Bosch Motronic 5.2 System für jede Zylinderreihe gesteuert, die mit einer seriellen Hochgeschwindigkeitsverbindung miteinander in Kontakt stehen.
Die aus rostfreiem Stahl gefertigte Abgasanlage des 550 Maranello arbeitet mit regulierbarem Rückdruck durch Bypassventile, die auf dem Endauspufftopf sitzen.
Die Bypassventile werden elektropneumatisch vom Motormanagementsystem gesteuert, basierend auf der Motorgeschwindigkeit und des Drosselklappenwinkels. Regulierbarer Rückdruck macht es möglich die Motoreffizienz unter verschiedenen Bedingungen zu optimieren. Größerer Rückdruck ermöglicht höhere Drehmomente unter mittlerer Belastung, während niedrigerer Rückdruck die volle Effizienz des Triebwerks ausspielt.
Zur optimalen Gewichtsverteilung kommt im 550 Maranello ein Transaxle-Aufbau zum Einsatz mit integriertem manuellem 6-Gang-Getriebe und Differential. Der Antrieb wird von der Kupplung auf das Getriebe durch einen dreifach gelagerten Propellerschacht in einer Stahlröhre übertragen, der Motor und Getriebe verbindet. Die hydraulische Einscheibentrockenkupplung sitzt auf einem Schwungrad. Die Schaltung hat sechs Gänge mit konischer Mehrfach-Synchronisierung plus Rückwärtsgang mit Druck- und Kühlschmierung.
Die ungefederte Masse des 550 Maranello wurde verringert, um präziseste Lenkung und perfekte Kontrolle des Wagens in sämtlichen Fahrsituationen, vor allem jenen - in denen ein außerordentlicher dynamischer Setup erforderlich ist - gewährleisten zu können. Der 550 Maranello besitzt Einzelradaufhängung mit Querlenker, Aluminium Gasdämpfer mit koaxialen Schraubenfedern, Stabilisatoren vorne und hinten.
Die Aufhängung umfasst auch ein vom Fahrer selbst steuerbares System, um die Dämpfereinstellungen zu ändern. Eine elektronische Steuerungseinheit mit vier Elektromotoren überwacht dabei jeden einzelnen Dämpfer. Die Dämpferlogik wird mit jedem der zur Verfügung stehenden Settings verändert. Dabei werden Geschwindigkeit, Querbeschleunigung, Lenkwinkel, Drosselklappenwinkel und Bremskraft berücksichtigt. Das gleiche System überwacht auch die Wagenbewegung beim Schalten. Die Spurweite vorne ist breiter als die im Heck, was den Einschlagverbessert. Die Frontachse ist derart entworfen, dass sie beim Bremsen einen Anti-Dive-Effekt erzeugt.
Die Leistung des Wagens nicht nur durch seine Beschleunigungswerte und seine Stabilität bestimmt sondern vielmehr auch durch die Verzögerungswerte. Ferrari hat das Bremssystem des 550 Maranello in Zusammenarbeit mit Brembo weiter verbessert, wobei in der Formel 1 eingesetzte Lösungen verwendet werden. 4-Kolben Bremssättel auf 13"-Scheiben vorne und 12,2"-Scheiben hinten.
Um die gesteigerte Leistung des Wagens unter Kontrolle zu halten und dabei vor allem Fading zu vermeiden und die Reaktion während Bremsmanövern zu verbessern, hat man sich auch auf das Kühlsystem der Bremsanlage konzentriert. Das Bremssystem wird durch Vierkanal-ABS abgerundet, das ab über 0,5 g hervorragende Verzögerungswerte liefert. Wie alle anderen Teile ungefederter Masse wurde auch die Bremsanlage mit möglichst geringem Gewicht entworfen.
Der 550 Maranello bietet ein einzigartiges dynamisches Stabilitätskontrollsytem, das der Fahrer selbst regulieren kann. Dieses System greift auf das vom Triebwerk gelieferte Drehmoment zu, oder, koordiniert durch das ABS-System, verzögert die Hinterräder unabhängig voneinander. Bei diesem System handelt es sich um das erste aktiv vom Fahrer kontrollierte System zur Vermeidung des Durchdrehens der Reifen. Die Modi regulieren die Dämpfersettings der Aufhängung und ermöglichen dem Fahrer die absolute Kontrolle über die Dynamik des Wagens.
Die geschwindigkeitsabhängige ZF-Zahnstangenlenkung passt sich der Geschwindigkeit des Fahrzeugs an.
Der 550 Maranello ist mit aus einem Guss aus Magnesium gefertigten Speedline-Felgen mit fünf Speichen ausgerüstet, die Pininfarinas Stil und Ferraris Technik widerspiegeln. Die Räder des 550 Maranello wurden strengen Straßentests durch Ferrari und das deutsche LBF Institut unterzogen. Die Maße vorne liegen bei 8,5 x 18" hinten bei 10,5 x 18". Jedes Rad ist mit einer speziellen Speedline- Antikorrosionsfarbe versehen.
Motor: Front, längs, 65 Grad V12
Bohrung und Hub: 89x75 mm
Hubraum pro Zylinder: 456,2 ccm
Hubraum ges.: 5.473,9 ccm
Ventiltrieb: zwei oben liegende Nockenwellen
Ventile: vier pro Zylinder
Kompressionsverhältnis: 10,8:1
Zündung: Bosch Motronic M 5.2 Static Electronic
Kühlung: Wasser
Schmierung: Trockensumpf
Leistung max.: 478 PS bei 7.000 U/Min.
Spezifische Leistung: 87,3 PS/L
Antrieb: Hinterradantrieb
Kupplung: Einscheibentrockenkupplung
Getriebe: in Einheit mit Motor, 6-Gang+R, manuell
Karosserie: Zweisitzer Coupé
Chassis: Stahlrohr
Vorderradaufhängung: Einzelradaufhängung, Querlenker, Spiralfeder, Antiroll Bar, Gasdruckdämpfer
Hinterradaufhängung: Einzelradaufhängung, Querlenker, Spiralfeder, Antiroll Bar, Gasdruckdämpfer
Bremsen: Scheiben
Lenkung: Zahnstangenlenkung
Tank: 114 L
Bereifung vorne: 255/40 ZR 18
Bereifung hinten: 295/35 ZR 18
Radstand: 2500 mm
Spurweite vorne: 1632 mm
Spurweite hinten: 1586 mm
Länge: 4555 mm
Breite: 1935 mm
Höhe: 1277 mm
Leergewicht:: 1690 kg
Höchstgeschwindigkeit: über 320 km/h
Ganz in der Tradition des Hauses Ferrari wurde das Interieur des 550 Maranello derart ausgerichtet, dass es die Funktionalität eines Supersportwagens und gleichzeitig die Ausstattung und das Finish eines Wagens der Luxuskategorie aufweist.
Die Instrumente sind so zusammengefasst, dass sie sich direkt im Blickfeld des Fahrers befinden. Die analogen LCD-Instrumente befinden sind zentral angebracht. Die Steuerungseinheiten vor dem Schaltknüppel können leicht und instinktiv erreicht und bedient werden. Das Cockpit des 550 Maranello begeistert durch den einfachen Zugriff und die großzügige Raumgestaltung, wobei beide Fahrzeuginsassen durch Airbags geschützt sind.
Hinter den Schalensitzen, deren schlichtes Design durch die hohe Qualität des Bezugs unterstrichen wird, befindet sich eine Ablage mit den klassischen Lederriemen. Rennsitze sind auf Wunsch ebenfalls erhältlich.
Der 550 Maranello verfügt über ein Sony Radio und einen im Kofferraum untergebrachten 6-fach CD-Wechsler. Im Kofferraum befindet sich ach ein Werkzeugsatz und Stauraum von 0,2 Kubikmeter. Der Wagen verfügt über ein integriertes Diebstahlsystem, das mit dem Motormanagement in Verbindung steht ("Immobilizer") und durch ein Radiosignal aktiviert wird.