
Der 456M bot Konzepte und Lösungen, welche den Anreiz einen 2+2 Ferrari GT zu besitzen verständlich machten: hervorragende Leistungen und außergewöhnliches Fahrvergnügen ohne dabei den Komfort der Fahrzeuginsassen einzuschränken. Das Design des 456M vervollständigte diese Philosophie, wobei die aggressive Form mit den sanften Linien harmoniert. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Verbesserung des Innenraum und der Ergonomie zuteil. Das Ergebnis war eine Synthese aus Schönheit, Aggression und Funktionalität. Der 456M war der Bezugspunkt der Hochleistungswagen der Kategorie 2+2.
Der 456M, der umgehend als Ferrari erkennbar war, war bezüglich seiner Form etwas weniger extrem als die anderen Modelle mit dem springenden Pferdchen dieser Zeit. Der Wagen war jedoch trotzdem wahrlich ein außergewöhnliches und höchst innovatives Modell. Im Vergleich zum Vorgänger, dem 456 GT, hatte der 456M eine langgezogene Motorhaube aus Kohlefaser mit zwei Falten, eine neu gestaltete Stoßstange vorne und einen integrierten Spoiler. Die Blinkergläser vorne wurden versetzt, womit sie besser sichtbar sind. Die Form und Größe des Lufteinlasses mit den integrierten Nebelscheinwerfern wurde verändert, womit Triebwerk und Bremsen besser gekühlt werden. Auf den Seiten läuft ein neuer Fenstersims entlang der Türleiste. Am Heck wurde der Stoßfänger mit einem niedrigen Spoiler überarbeitet.
Am 456M wurde, im Vergleich zum 456, auch die Aerodynamik verbessert.
Neue Regenleisten zwischen Fenster und Karosserie verbessern den Luftfluss und das Aussehen des Wagens. Abtrieb und Luftwiderstand an der Front des Wagens konnten, durch überarbeitete Motorhaube, Stoßfänger und Spoiler, verbessert werden. Der Spoiler leitet den Luftfluss direkt an den Heckflügel, womit ein niedriger Widerstandskoeffizient für Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten erzielt werden kann.
Der 456M übernahm die traditionelle Ferrari Konstruktionsweise, wobei modernste Materialien zum Einsatz kamen, die mit diesem Modell zum ersten Mal in einem Hochleistungs 2+2-Modell verwendet wurden. Der 456M hatte einen extrem steifen Stahlrohrrahmen, die, für die Strukturversteifung, mit einer leichten Aluminiumkarosserie verschweißt wurde.
Das Triebwerk des 456M wurde derart konstruiert, um im niedrigen und mittleren Drehzahlbereich hohe Leistung und hohes Drehmoment zu generieren. Der 65-Grad V12-Motor mit 436 PS blieb weitestgehend unangetastet, doch den Ferrari-Ingenieuren gelang es einige Verbesserungen vorzunehmen. So wurde unter anderem die Zündfolge verändert (die neue war: 1-7-5-11-3-9-6-12-2-8-4-10), um den Motor sanfter zu machen. Ein Bosch Motronic M5.2 System kontrollierte die Zündung sowie die Einspritzung. Die Einspritzung wurde sequentiell mit Multi-point und Doppeleinspritzwinkel sowie eine speziellen Drosselklappenkontrollvorrichtung vorgenommen.
Der 456M GT besitzt einen Transaxle-Aufbau. Die dreifach gelagerte Antriebswelle lieferte dem Getriebe den Antrieb durch eine starre Verbindung zwischen Motor und Getriebe. Das 6-Gang-Getriebe (plus Rückwärtsgang) mit doppeltem konischen Drehmomentwandler und einem reibungsarmen direkten sechsten Gang. Das Automatikgetriebe des 456M GTA war mit vier elektronisch gesteuerten Gängen sowie, wie das manuelle Getriebe auch, mit dem Differential für eine hervorragende Gewichtsverteilung verbunden.
Das 456M GTA Getriebegehäuse war hydraulisch mit dem verstärkten Chassis verbunden, während die Antriebswelle versteift wurde.
Die Leistung und Flexibilität des V12-Triebwerks in Kombination mit der Eichung des hydraulischen Drehmomentwandlers garantierten unvergleichliche Performance im Segment der 2+2-Wagen mit Automatikgetriebe. Das GTA wurde von zwei Computern in der Antriebseinheit sowie dem Bosch Motronic M5.2 System überwacht. Dabei wurden der Drosselklappenwinkel, die Gaspedalstellgeschwindigkeit sowie die Geschwindigkeit des Wagens und des Triebwerks gemessen. Die ECU Getriebelogik ermittelte stets das beste Setup für den Wagen.
Wie alle Wagen mit dem springenden Pferdchen so verfügte auch der 456M über Einzelradaufhängung mit Querlenkern, Aluminium-Gasdämpfern mit koaxial Spiralfedern und Anti-Rollbar vorne und hinten. Die Stoßdämpfer-Eichung erfolgte elektronisch und war mit einer selbsteinstellenden Hinterradaufhängung verbunden, um bei unterschiedlichen Belastungen stets den gleichen Bodenabstand zu halten.
Die bedeutendste Neuerung und gleichzeitig Verbesserung bezüglich Komfort, Präzision und vor allem effizienter Dämpfung auf unebenem Straßenbelag, kam für den 456M mit dem neuen Anti-Dive-Aufbau an der Vorderradaufhängung des Wagens, Stoßdämpfern mit spezieller Kontrolle für niedrige Geschwindigkeiten und reibungsarmen Frontstoßdämpfern.
Die Aufhängung wurde durch den Fahrer elektronisch gesteuert, wobei die Einstellungen "Normal" und "Sport" zur Verfügung standen, die das ASR modifizierten. Abhängig vom Lenkwinkel, der Längs- und Querbeschleunigung, dem Winkel der Drosselklappe sowie dem Bremskreislaufdruck konnte das System beim Beschleunigen und Verzögern den Abrollvorgang kontrollieren. Das ECU ist über vier Motoren für die Eichung der Stoßdämpfer verantwortlich.
Die Bremsanlage des 456M wurde auf die Leistungsmerkmale des Wagens ausgelegt. Der 456M besaß belüftete Bremsscheiben mit Bremssätteln aus Aluminium und 4-Kanal-ABS, das mit ASR und EBD (eine elektronische Bremskraftregelung) verbunden war.
Um die Leistung und die Kontrolle in Extremsituationen zu verbessern war der 456M mit einem ASR-System zur dynamischen Stabilitätskontrolle ausgestattet. Das System optimiert die Traktion der Antriebsräder und nimmt, durch die Kombination von ABS und des Motormanagementsystem, ein mögliches Durchdrehen wahr. Dem Fahrer standen mit dem 456M drei Setups des ASR zur Verfügung, die er über einen Schalter auf dem Armaturenbrett auswählen konnte: Normal, Sport (mit Aufhängungskontrolle) und Off, wobei der Fahrer damit die Kontrolle des Wagens, bezüglich Quer- und Längsbeschleunigung, fast ausschließlich in den Händen des Fahrer lag, wobei die Sicherheit jedoch zu jedem Zeitpunkt gegeben war.
Die Zahnstangenlenkung des 456M wurde mit der Geschwindigkeitsabhängigen Servolenkung ausgestattet. Damit musste beim Einparken, auf der Autobahn und auf der Rennstrecke stets die gleiche Kraft aufgewendet werden.
Motor: Front, längs, 65 Grad V12
Bohrung und Hub: 88x75 mm
Hubraum pro Zylinder: 456,1 ccm
Hubraum ges.: 5.473,9 ccm
Ventiltrieb: zwei oben liegende Nockenwellen
Ventile: vier pro Zylinder
Kompressionsverhältnis: 10,6:1
Zündung: Bosch Motronic M 5.2
Elektronische Kühleinspritzung: Wasser
Vorderradaufhängung: Einzelradaufhängung, Querlenker, Spiralfeder, Antiroll-Bar, Gasdämpfer
Hinterradaufhängung: Einzelradaufhängung, Querlenker, Spiralfeder, Antiroll-Bar, selbstregulierende Dämpfer
Bremsen: Scheiben
Lenkung: Zahnstangenlenkung
Tank: 110 L
Bereifung vorne: 255/45 ZR 17Â
Bereifung hinten: 285/40 ZR 17
Schmierung: Trockensumpf
Leistung max.: 435PS bei 6.250 U/Min.
Spezifische Leistung: 79,6 PS/L
Antrieb: Hinterradantrieb
Kupplung: Einscheibentrockenkupplung
Getriebe: in Einheit mit Motor, 6-Gang+R manuell oder 4-Gang-Automatik
Karosserie: Viersitzer Coupé
Chassis: Stahlrohr
Radstand: 2600 mm
Spurweite vorne: 1585 mm
Spurweite hinten: 1606 mm
Länge: 4730 mm
Breite: 1920 mm
Höhe: 1300 mm
Leergewicht: 1770 kg (Automatik), 1690 kg (manuell)
Höchstgeschwindigkeit: über 300 km/h
Der neu gestaltete Innenraum des 456M bot ein besseres Raumangebot und verbesserte Ergonomie. Eines der größten Probleme eines viersitzigen Coupés ist der Einstig für die Passagiere im Fond. So wurde die automatische Vordersitzverschiebung des 456M erweitert, um den Passagieren besseren Zugang zu ermöglichen. Gleichzeitig wurden die Rücksitze überarbeitet und boten nun mehr Raum und Komfort.
Der Fahrer verfügte über ein neues leichteres Dreispeichenlenkrad, blickte auf eine neue Instrumententafel und nutzte einen neuen Schaltknauf, der ergonomischer geformt war und beim Schalten mehr Platz bot. Hinter den Vordersitzen waren Dokumentenfächer angebracht. Der Kardantunnel war überarbeitet, während die rückwärtige Ablage mehr Raum zur Verfügung stellte. Der Schallisolierung im Inneren des Wagens wurde große Aufmerksamkeit zuteil. Die Klimakontrolle verfügte über einen Sonnendetektor sowie neue Software für die Temperaturkontrolle.
Vehicles 1 - 2 von 2
| FERRARI 456M GTA | Meerbusch
Argento Nurburgring with Nero 2000/ EUR 64.456 |
| FERRARI 456M GTA | Dresden
Nero with Nero 2003/ EUR 69.890 |